Bitcoin zwischen Hybris-Szenarien und Wertlosigkeit

"Kurzfristig wird sie Gold als führendes Wertaufbewahrungsmittel ablösen.

Nach einem beeindruckenden Höhenflug kletterte der Bitcoin im März erstmals über die Marke von 60.000 US-Dollar. Aktuell notiert die Kryptowährung bei 58225 US-Dollar.

Das älteste und zugleich auch mit Abstand größte Kunstgeld kommt inzwischen schon auf eine Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar. Doch glaubt man Jesse Powell, dem CEO der in den USA ansässigen Kryptowährungsbörse Kraken, dann ist das erst der Beginn einer gewaltigen Hausse.

"Kurzfristig wird sie Gold als führendes Wertaufbewahrungsmittel ablösen. Ein Kursziel von einer Million US-Dollar innerhalb der nächsten zehn Jahre halte ich deshalb für ziemlich realistisch".

Insbesondere die anti-inflationäre Ausgestaltung des Krypto-Archetyps trage dazu bei, daß der Bitcoin verstärkt als sicherer Hafen für Anleger interpretiert werde, der in Zukunft dem Gold als Absicherungselement erster Güte den Rang ablaufen werde.

"Für die Menschen, die wirklich von Bitcoin überzeugt sind, steht fest, dass er sich bis zum Mond und zum Mars und schließlich zur Währung der Welt entwickeln wird. Unsere Nationalwährung ist erst fünfzig Jahre alt und schon zeigt sie extreme Schwäche. Deshalb denke ich, dass die Menschen stattdessen dazu übergehen werden, den Wert von Gütern und Dienstleistungen in Bitcoin zu bemessen".

Und dann verliert sich Powell in utopischen Phantasmagorien:

"Wir können nur spekulieren, aber in US-Dollar gemessen muss man davon ausgehen, dass Bitcoin bis auf unendlich klettern wird. Wir werden irgendwann den Bitcoin nicht mehr mit Begriffen wie US-Dollar bewerten, sondern danach, was man sonst damit kaufen kann, wahrscheinlich Planeten in anderen Sonnensystemen".

Die kryptische All-Metaphorik des umstrittenen Pioniers ist natürlich blanker Unfug und es ist offensichtlich, daß der Kraken-Chef pro domo, also im Rahmen erheblichen Eigeninteresses spricht.

Aber auch Anthony Pompliano von Morgan Creek Digital Assets rechnet bis zum Ende des Jahrzehnts mit einem Bitcoin-Preis von einer halben Million US-Dollar und sieht BTC auf dem Weg zur globalen Reservewährung.

Andere Währungs-Profis sind in ihren Einschätzungsstatements wesentlich nüchterner! Die Deutsche Bank-Researchabteilung sieht das Potential eher kritisch:

“Die nächsten zwei oder drei Jahre sollten ein Wendepunkt für den Bitcoin sein. Auf kurze Sicht ist Bitcoin hier, um zu bleiben, obwohl sein Wert aufgrund seiner begrenzten Handelbarkeit, der geringen taktischen Asset-Allokation und der Ein- und Ausgänge großer Asset-Manager volatil bleiben wird. Langfristig gesehen wird die Kryptowährung ihr Potenzial in Ergebnisse umwandeln müssen, um sein Wertversprechen aufrechtzuerhalten. Solange Regierungen und Zentralbanken existieren und die Macht haben, Geld zu regulieren, wird es wenig Raum für Bitcoin als Zahlungsmittel geben, um traditionelle Währungen zu ersetzen. Die Risiken für Händler und Zahlungsabwickler sind größer als die Vorteile.”

Der bekannte Weltökonom Roubini ist noch pessimistischer und sieht den Wert bei null oder sogar im negativen Bereich.

Wie auch immer, unter den Kryptowährungen selbst haben die nach Marktkapitalisierung größten, Bitcoin und Ethereum, große Chancen, auch in zehn Jahren noch eine Rolle am Markt zu spielen.

Wie groß diese sein wird, hängt allerdings mit dem Makroumfeld zusammen und damit, ob die Zweifel an Kryptowährungen weiter ausgeräumt werden können, während die Marktdurchdringung wächst. Und auch der Ruf von Bitcoin als Schattenwährung, die für Betrugsvorhaben genutzt wird, dürfte weiter in den Hintergrund treten - spätestens dann, wenn die Akzeptanz durch Großbanken immer weiter steigt. Durch die Corona-Pandemie hat sich der Bitcoin zudem einen Status als als krisenfeste Währung und Inflationsschutz erworben!

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